Dobermann Zwinger vom Wartburgblick
ehemals von der Wartburgstadt
Deutsche Tollwutverordnung geändert
Jährliche Tollwutimpfung nicht mehr vorgeschrieben
Tollwutimpfstoffe
Durch die Änderung der deutschen Tollwutverordnung ist es seit 2006 auch in Deutschland möglich, Haustiere für 3 Jahre (Hunde) oder für 4
Jahre (Katzen) gegen Tollwut impfen zu lassen. Inzwischen haben nach unserer Kenntnis alle deutschen Tollwutimpfstoffe für Katzen und
Hunde die Mehrjahreszulassung. Das betrifft sowohl Tollwuteinzelimpfstoffe als auch solche in Kombinationsprodukten.
Die Impfstoffe von Merial und Intervet sind bei Katzen und Hunden für 3 Jahre zugelassen. Der Tollwutimpfstoff von Virbac (einzeln oder in
Kombination) ist nach den uns vorliegenden Informationen bei Hunden für “zwei bis drei” Jahre zugelassen.
Sie sollten darauf achten, dass ihre Katzen oder Hunde einen Impfstoff mit möglichst langem Nachimpfintervall erhalten (Hunde: maximal drei
Jahre) und dass der Tierarzt den nächsten Tollwutimpftermin entsprechend im EU-Heimtierausweis einträgt.
Wenn der Tierarzt sich quer stellt, sollten Sie eine andere Praxis aufsuchen.
Impfen mit Verstand und Augenmaß
Das die meisten jährlichen Wiederholungsimpfungen bei Haustieren wissenschaftlich unhaltbar sind, pfeifen inzwischen die Spatzen von den
Dächern – und es gibt nun sogar neue offizielle Impfempfehlungen des deutschen Tierarztverbandes BPT (bitte auch das klein Gedruckte in
dieser PDF Datei beachten). Darin werden dreijährliche Impfabstände für die Staupe–, Hepatitis- und Parvo-Nachimpfung empfohlen.
Impfungen gegen Zwingerhusten sollen je nach Bedarf gegeben werden.
Wir als Züchter empfehlen eine Impfung von Staupe, Parvovirose und Hepatitis so spät als möglich, erst kurz vor der Welpenabgabe. Bis dahin
ist Ihr Welpe durch den mütterlichen Impfschutz ausreichend geschtzt und das Immunsystem hat Zeit sich zu entwickeln. Diese Impfung hat
Ihr Welpe bei der Abgabe bereits erhalten.
Eine zweite Impfung zur Grundimmunisierung führen Sie bitte im Alter von 3 Monaten (nicht 12 Wochen) bei Ihrem Tierarzt durch. Hier
empfehlen wir einen Kombinationsimpfstoff mit der Tollwutkomponente. Ein Jahr später wird die Grundimmunisierung mit einem
Kombinationsimpfstoff mit Tollwutkomponente und einer auf dem Beipackzettel bestätigten Wirkdauer von 3 Jahren geimpft. Danach ist ein
lebenslanges nachimpfen im Abstand von 3 Jahren vollkommen ausreichend!
Von Intervet ist der Impfstoff Intervet Nobivac SHP auf dem Markt, der die Wirkdauer von SHP im Beipackzettel für 3 Jahre
bestätigt. Intervet bietet auch Einzelimpfstoffe an, die je nach Bedarf kombiniert werden können.
Wichtige Impfungen für den Hund und ihre Schutzdauer:
1.
Staupe (S): Lebendimpfstoff. Nach Grundimmunisierung (letzte Staupeimpfung beim etwa 14 bis 16 Wochen alten Welpen) hält
der Schutz bis zu 15 Jahre, wahrscheinlich lebenslang.
2.
Parvo (P): Lebendimpfstoff. Schutzdauer wie bei Staupe.
3.
Hepatitis (H): Lebendimpfstoff. Schutzdauer wie bei Staupe und Parvo. Der Erreger kommt in Deutschland so gut wie nicht
mehr vor, daher empfiehlt sogar der BPT nach der Grundimpfung der Welpen gar keine Hepatitis-Nachimpfungen mehr.
Allerdings gibt es in Deutschland derzeit kaum Impfstoff-Kombinationen für Staupe und Parvo ohne Hepatitis-Komponente.
Impfungen, die verzichtbar sind:
1.
Zwingerhustenerreger Parainfluenza-Virus (Pi): Schutzdauer mindestens drei Jahre, Impfstoffe versagen aber relativ häufig;
Notwendigkeit der Impfung umstritten, da die Erkrankung meist mild ist und Impfschutz gerade bei höherem Infektionsdruck
(viele Hunde auf engem Raum) nicht oder kaum gegeben ist. Nicht sinnvoll bei Hunden in normaler Einzel- oder Klein-
gruppenhaltung.
2.
Zwingerhustenerreger Bordetella bronchiseptica: Schutzdauer maximal ein Jahr; Impfstoffe versagen häufig; Notwendigkeit aus
den gleichen Gründen wie bei Pi umstritten.
3.
Leptospirose: Deutsche Impfstoffe bieten nur gegen zwei Leptospiren-Arten Schutz, geimpfte Hunde infizieren sich zunehmend
mit anderen Arten. Die Impfstoffe gelten als besonders nebenwirkungsträchtig, vor allem bei Welpen im Alter bis zwölf Wochen.
Leptospirose kann, vor allem bei Welpen oder Jungtieren, eine schwere bis tödliche Erkrankung hervorrufen, ist aber, da
bakteriell, mit Antibiotika behandelbar. Leptospirose verläuft aber in der Regel klinisch ohne sichtbare Krankheitssymptome.
Impfungen, von denen abzuraten ist:
“Zeckenimpfung”, richtiger: Impfung gegen die von Zecken bertragene Borreliose, eine Bakterieninfektion: Der Impfstoff schützt nur gegen
einen
kleinen Teil der hierzulande vorkommenden Borrelien, nützt also kaum. Gilt als besonders nebenwirkungsträchtig (= Ganzkeimbakterin),
Hundehalter
beobachteten sogar epileptische Anfälle nach dieser Impfung. Besser: Guter Zeckenschutz und Hunde nach Spaziergängen untersuchen, ob
sie von Zecken befallen sind.
Quelle und nähere Informationen zum Thema Impfung finden sie unter: http://www.haustierimpfungen.de
oder im Buch „Hunde impfen der kritische Ratgeber“ von Monika Peichl